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Von der Kunst des Weglassens

Wer hätte es gedacht, der erste Schritt zu einem neuen Blog-Beitrag mit der absurden Erkenntnis beginnt, dass ich gerade in VS Code stiere, um einen Text zu tippen? Es fühlt sich schon reichlich pervers an, eine mächtige Entwicklungsumgebung als glorifizierten Texteditor zu missbrauchen.

Seit dem Umzug des Non-Tech-Blogs von WordPress zu Grav, hatte ich die Hoffnung durch die Einfachheit von Markdown wieder mehr Lust am Schreiben zu finden. Nur wollte sich das Web-UI von Grav nie so recht wie Zuhause anfühlen. Das Ergebnis: Ich breche gerade sämtliche Blogging-Rekorde des Vorjahres. Aber es hat funktioniert: Ich sitze hier und schreibe. Und ich habe wieder Lust drauf, meine Gedanken niederzuschreiben.

Apropos Umzug und der damit verbundene Ballast: Ich bin mir sicher, dass mittlerweile selbst der letzte Mensch auf diesem Planeten von PHP und dessen neuesten Sicherheitslücken gehört hat - selbst die Bild-Zeitung hatte sich der Katastrophe angenommen.

Da ich in letzter Zeit brav Dienste aufgeräumt habe - ja, den eigenen Pastebin und ähnlichen Nonsense habe ich aufgegeben -, liegen einige Services dank Headscale nun ausschließlich im LAN und sind nur noch per VPN erreichbar. Das entbindet mich zwar nicht von Wartung und Updates, nimmt aber den Druck enorm heraus. Auf einmal rutscht deren Priorität von “Überlebenswichtig” in Richtung “Nach einer Tasse Tee” oder gleich “Morgen” und erspart mir so manchen grauen Haarschopf.

Ewig den ganzen Problemen hinterherzulaufen, hatte mich in den letzten Jahren oft richtig gestresst und im Rückblick die Frage aufgeworfen: Was zum Teufel habe ich mir eigentlich dabei gedacht, damals alles über den Haupt-Nginx zu proxyn?

Die ehrliche Antwort auf diese Frage, die ich mir nüchtern wahrscheinlich nie eingestehen würde, ist einfach: Damalige VPN-Lösungen waren schlicht Mist, und es war einfacher, das Zeug direkt ins Netz zu stellen, um es erreichbar zu haben.

Am Ende ist es faszinierend, wie ein paar scheinbar kleine Umbauten nicht nur die Serverressourcen entlasten, sondern sich direkt auf die eigene Laune auswirken. Wenn das Rauschen im Hintergrund verschwindet, bleibt plötzlich wieder Platz für das, worum es eigentlich ging: die Lust am Schreiben und die Freude daran, wenn die Maschinen einfach tun, was sie sollen - und eine Tasse Tee.

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