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aus dem tagebuch eines alten bikers 20

also, im normalfall trägt ein biker seinen helm, um den sich darin befindlichen kopf gegen herabfallende flugzeugteile, tieffliegende zigarettenkippen und suizidgefährdete insekten zu schützen…

und hin und wieder dient er auch dazu, daß der eben erwähnte kopf gegen asphaltkontakt geschützt ist… ja, auch das kommt manchmal vor…

aber irgendwie scheint sich das noch nicht wirklich zu unserem bikernachwuchs auf den 50ccm-k(r)ampfgelsen durchgesprochen zu haben… wieso? nun, entweder haben moderne jugendliche in ihrer coolness schon so einen eierschädel, daß das guckloch über der frisur trohnt oder sie haben bremsfallschirmohren, sodaß der helm, der in diesem fall wohl eher die funktion eines hohlraumschutzes übernehmen sollte, nicht zur bestimmungsgemäßen endlage bewegt werden kann… und dann sind natürlich auch die kinnriemen zu kurz… was aber so auch schon wieder völlig wurscht ist…

oder der hohlkörper, der den helm trägt, der hat eigentlich nur den sinn, daß der nachwuchsrossi weiß, wo er seine sonnenbrille deponieren kann… auch wurscht, da hilft nur mehr eine kräftige taschenlampe ans ohr, damit die augen leuchten…

gut, ich geb’s zu, ich bin auch nicht unbedingt ein leuchtendes vorbild (logisch, bei mir liegt die taschenlampe im handschuhfach und nicht im ohr…) und ich fahre kurzärmelig, also nur kutte, und trage eine eierschale, vor allem bei guten 34 lufttemperatur… und ich hänge meine sonnenbrille auch an die ohren… aber ich drück zumindest den helm soweit runter, bis ich einen festsitzenden hohlraumschutz spazieren fahren kann… mir fällt die kugel nicht runter und dem nachfahrenden vor’s radl…

nagut, soll so sein, auch wenn es absolut bescheuert aussieht, so ein gepimpter kurzhosler mit crosshelm auf einem fuffie-röllerchen… aber vielleicht seh’ ich das auch nur so, weil ich schon ein alter sack bin, der sich am besten einen eichenanzug anmessen lassen sollte, immerhin bin ich schon über vierzig…

sicher, ich war auch mal sechzehn und hatte ein moped, aber mein moped war erstens richtig frisiert (ja, es ist wirklich 80 gelaufen!) und zweitens war mein damaliger calimero-helm so eine richtig klassische eierschale mit schirmchen und so und das hat damals auch stilgerecht zu meiner uralt-puch gepasst! und die karre hatte wenigstens einen guten, tiefen klang, nicht so das rängdängdäng wie eine leere colabüchse, was man heute so nervig zu hören bekommt und was angeblich “hip” ist…

und damals, wenn wir mit unseren frisierten vorstadthobeln erwischt wurden, da gab’s von unserem alten herrn auch noch eine auf den hosenboden (und dann tips, wie wir es besser machen konnten!), heute muß der rennleiter in uniform noch selbst mit einer anzeige wegen belästigung und was weiß ich noch alles rechnen…

und so am rande, uns war unser leben auch noch was wert! wir haben ehrlich versucht, im verkehr zu überleben, aber das kann man unseren nachwuchsbikern keinesfalls mehr unterstellen…

so, ich verdrück mich jetzt und geh’ mal hohlraumschutzträger gucken… mal sehen, was es noch neues gibt, was uns damals nie eingefallen wäre…

übrigens: eine wissenschaftliche untersuchung mit entsprechenden sturzversuchen hat ergeben, daß eine wollmütze definitiv widerstandsfähiger als ein sturzhelm ist… sogar bei sturzversuchen aus dem 10. stock! nur so am rande…

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